Einspurig im Gegenverkehr bei der Tunnel-Schulung in Island

  27. Mai 2015

Akureyri war das Reiseziel von Markus Vogt am 27. Mai 2015. Erstmals erlebte der Instruktor der International Fire Academy bei der zweitägigen Vorort-Schulung einspurige Tunnel mit Gegenverkehr. Vor dem Hintergrund unterschiedlicher Tunnelanlagen waren Grenzen und Möglichkeiten der Ereignisbewältigung ein zentrales Thema der Schulung.

3'400 m im Gegenverkehr auf einer Spur

Múlagöng heisst einer der beiden einspurigen Tunnel mit Gegenverkehr, die Markus Vogt auf Island besichtigte. 3'400 m ist der 1991 eröffnete Tunnel lang und führt nach Ólafsfjörður im Norden Islands auf der Halbinsel Tröllaskagi. Im Abstand von ca. 100 m befinden sich Ausweichbuchten. Die Strecke verläuft teilweise kurvig, so dass sie an einzelnen Stellen nicht bis zur nächsten Haltebuch einsehbar ist. Rückwärtsfahren im Tunnel lässt sich kaum verhindern, und bei einem Unfall kann nicht von einer frei befahrbaren Spur ausgegangen werden.

Fragen zu Taktik und Technik diskutiert

Intensiv diskutierte Markus Vogt mit den mehr als 20 Feuerwehrführungskräften ihre spezifischen Fragen zu Einsätzen in den unterschiedlichen isländischen Strassentunneln. Dabei standen die Taktik und das grundsätzliche Vorgehen im Mittelpunkt. Diskutiert wurden etwa der Einfluss der Lüftung bei einem Einsatz, der Zwei-Seiten-Angriff sowie Grenzen der Brandbekämpfung – etwa in einem 6'000 m langen einröhrigen Tunnel ohne separate Fluchtwege.

Keine Einsatzübung am Standort

Bei der Vorort-Schulung konnte die International Fire Academy viele akute Fragen zur Einsatzvorbereitung klären. Damit kann jedoch nicht die Erfahrung aus Einsatzübungen ersetzt werden. "Erprobt und gefestigt werden die taktischen Überlegungen, wenn sie realitätsnah im verrauchten Übungstunnel bei hohen Temperaturen und langen Wegstrecken erprobt werden", erläutert Markus Vogt. Die ersten isländischen Feuerwehren haben ihr Interesse an einer Fortsetzung der Ausbildung in der Schweiz bekundet.

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