IAFPA-Kongress zu künftigen Risiken auf Flughäfen

  14. Januar 2015

Künftige Herausforderungen für Flughafen-Feuerwehren waren Thema der 15. Aircraft Rescue & Fire-fighting Conference vom 12. bis 14. Januar 2015 in Singapur. Neben Fallstudien zu Flugzeugunglücken gaben zwölf internationale Referenten - darunter Jörg Winkler von der International Fire Academy - Einblicke in Risiken und Herausforderungen durch das wachsende Passgieraufkommen.

Wachsende Zahl von Flugpassagieren

Ein Musterbeispiel für die Entwicklungen liefert die diesjährige Gastgeberstadt Singapur mit ihrem Flughafen Changi, dessen viertes Terminal 2017 eröffnet werden soll. Die Kapazität des Flughafens soll dann auf 82 Mio. Fluggäste pro Jahr steigen. Dies würde die aktuelle Kapazität des größten europäischen Flughafens Heathrow um annähernd 10 Mio. Passagiere übertreffen. Vor diesem Hintergrund wird deutlich, dass heutige und künftige Risiken nicht nur mit dem unmittelbaren Flugbetrieb verbunden sind, sondern auch mit dem Personen- und Gepäckumschlag am Boden.

Auch am Boden können viele Personen betroffen sein

Auf Einladung der International Aviation Fire Protection Association berichtete Jörg Winkler, Key Account Manager der International Fire Academy, in Singapur von den Herausforderungen für Flughafen-Feuerwehren, die im wachsenden Zubringerverkehr liegen. "Bisher ist die Vorbereitung auf Brandereignisse in diesen Bereichen an Flughäfen nicht verpflichtend vorgeschrieben", erläuterte er. Zudem seien Ereignisse in Bahn- und Strassentunneln relativ selten. Doch das damit verbundene Risiko könne das eines Flugzeugunfalls deutlich übertreffen: So könnten von einem Brand in einem Metrotunnel mit unmittelbarem Zugang zu einem Terminal weit mehr Menschen betroffen sein als beim Verlust einer Passagiermaschine.

Andere Taktik als bei Flugzeugbränden

Die Aufgaben der Feuerwehr reichen bei einem Brandereignis im Flughafenbereich über die Personenrettung hinaus: Es gilt, zusätzlich Schäden an den Gebäuden und für die Infrastruktur zu begrenzen. Die von den Flughafenfeuerwehren sicher beherrschten und hundertfach trainierten Taktiken und Techniken der Flugzeug-Brandbekämpfung können nicht direkt auf Einsätze in unterirdischen Verkehrsanlagen übertragen werden. Vielmehr braucht es hierfür ein speziell dafür entwickeltes Vorgehen, das eigens trainiert werden muss.

Erster Intensivkurs in Englisch im Herbst

Um der internationalen Nachfrage nach Intensivkursen für Führungskräfte an der International Fire Academy zu entsprechen, wird im Herbst 2015 der erste Intensivkurs Strasse & Bahn mit Kurssprache Englisch an der International Fire Academy durchgeführt. Dieses neue Angebot eröffnet interessierten englischsprachigen Feuerwehr-Führungskräften die Möglichkeit, sich mit der an der International Fire Academy entwickelten und gelehrten Tunnel-Einsatzlehre vertraut zu machen. Dieser Kurs bietet auch Flughafen-Feuerwehren grundlegendes Fachwissen, um die Risiken am eigenen Flughafen einschätzen und sich auf mögliche Ereignisse gezielt vorbereiten zu können.

Erster Kurstermin ist vom 12. bis 16. Oktober 2015 in Balsthal (Schweiz). Informationen unter

Der Report „Tunnel-Ausbildung für Airport Schiphol“ gibt beispielhaft Einblick in die Ausbildung von Flughafen-Feuerwehren an der International Fire Academy in Balsthal.

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