Risiko-Ingenieure der Swiss Re erleben Tunnelwelt

  27. August 2014

Eine Ausbildung besonderer Art absolvierten 62 Risiko-Ingenieure des Rückversicherers Swiss Re am 27. August 2014 an der International Fire Academy in Balsthal: In einem speziell für diese Zielgruppe entwickelten Programm setzten sich die Ingenieurinnen und Ingenieure aus allen Erdteilen intensiv mit Tunnel-Risiken auseinander und frischten zudem ihre Kenntnisse im Umgang mit kleinen Löschgeräten auf.

Risiken von UVA noch besser verstehen

Als Risiko-Ingenieure beurteilen die Seminarteilnehmenden zu versichernde Risiken und beraten beispielsweise Bahngesellschaften oder die Betreiber von Strassentunneln in Risiko- und Sicherheitsfragen. Ziel der Schulung an der International Fire Academy war es, die Risiken unterirdischer Verkehrsanlagen (UVA) noch besser verstehen und einschätzen zu können. In drei Gruppen, davon zwei in englischer Sprache, absolvierten die Teilnehmenden dazu jeweils drei Übungsstationen im Taktikzentrum, auf der Kleinlöschgeräte-Plattforum und in der Tunnel-Übungsanlage.

Wie Tunnelnutzende einen Brandfall erleben

Im Taktikzentrum arbeiteten sich die Teilnehmenden unter anderem in das Fallbeispiel des Brandes im Gotthard-Strassentunnel vom Oktober 2001 ein. Hier wurde deutlich, dass "richtiges Verhalten" im Brandfall für die Tunnelnutzenden nicht so einfach ist, wie es bei einer rein theoretischen Betrachtung erscheint. Hautnah erlebten dies die Ingenieure, als sie bei einer Einsatzübung in der Tunnel-Übungsanlage Balsthal selbst die Rolle der zu rettenden Personen übernahmen.

Feuerwehren können Schadenausmass begrenzen

Das Ausbildungsprogramm bot auch viel Raum für vertiefende Gespräche. Hier nahmen die Teilnehmenden als eine wesentliche Erkenntnis mit, dass die Risiken von Tunnelanlagen durch eine systematische Ausbildung der jeweils zuständigen Feuerwehren erheblich reduziert werden können. Zwar haben die Feuerwehren keinen Einfluss auf die Häufigkeit von Unfällen und Brandereignissen. Sie können aber in vielen Fällen die Schadenausmasse begrenzen.

Die Tunnelwelt mit anderen Augen sehen

Besonders positive Rückmeldungen gaben die Ingenieurinnen und Ingenieure zur Kombination von Praxis und Theorie in ihrer Fortbildung, in der sich die didaktischen Prinzipien der International Fire Academy widerspiegeln: Einerseits bedarf es spezieller Kenntnisse über die Technik und Funktionsweise von Tunnelanlagen; andererseits erschliesst sich vieles erst, wenn ein Tunnel mit all seinen Einrichtungen begangen und im wahren Sinne des Wortes begriffen wird. Als besonders wertvoll empfanden es viele, eine typische Einsatzsituation mit Hitze und Rauch live erleben zu können. Viele Teilnehmende bekundeten, die Tunnelwelt nach diesem Tag an der International Fire Academy mit anderen Augen zu sehen.

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