Impressionen aus den Übungen

Einsatz des MGV; Foto: Centre d’Intervention et de Secours Esch-sur-Alzette (CISEA)

Tunnelübung mit Gross-Ventilatoren in Luxemburg

  01. April 2014

Zwei Tage lang erprobten 50 Feuerwehrangehörige in Luxemburg am 29. und 30. März die Einsatzmöglichkeiten und Grenzen mobiler Gross-Ventilatoren (MGV). Organisiert wurde die Weiterbildung mit mehreren Übungen vom Regionalverband Ost und der Nationalen Feuerwehrschule Luxemburg. Die Teilnehmenden kamen aus allen Teilen des Grossherzogtums und von der Berufsfeuerwehr Luxemburg Stadt. Die inhaltliche Verantwortung lag bei Markus Vogt von der International Fire Academy als Kursleiter und Instruktor.

Mit einem Vortrag zum Einsatz der Gross-Ventilatoren gab Markus Vogt einen Überblick über die technischen Möglichkeiten dieser Geräte und die Grundsätze des taktischen Vorgehens vor dem Hintergrund der Schweizer Tunneleinsatzlehre. Ergänzend lagen Pläne des Tunnelbrand-Ereignisses im St. Gotthard Tunnel von 2001 aus, um daran Erfahrungen mit konkreten Einsatzszenarien zu diskutieren. Auf dieser Grundlage kamen am Nachmittag die mobilen Gross-Ventilatoren der Berufsfeuerwehr der Stadt Luxemburg und der Region Ost erstmals zum Einsatz. Geübt wurde das Entrauchen einer grossen Lagerhalle einer Kellerei sowie des Kellergeschosses der Grundschule in Grevenmacher. Bei der Schule stand die Rettung vieler Menschen über die langen Fluchtwege im Mittelpunkt. Im Zusammenhang mit der Übung wurde unter Leitung von Markus Vogt unmittelbar ein Rettungskonzept entwickelt.

 

Grosser Erkenntnisgewinn durch unterschiedlichste Fragestellungen

Intensive Einheiten folgten am Samstag bei den Übungen am 1'800 m langen Tunnel Stafelter, der in der Endausbauphase noch nicht für den Verkehr freigegeben ist. Hier war es möglich, unterschiedlichste Fragestellungen zu bearbeiten. So wurden die Lüfter zunächst eingesetzt, um verschiedene Windbedingungen zu simulieren und so grenzwertige Einsatzbedingungen bei einer natürlichen Belüftung zu erfahren. Weitere Themen waren die Entrauchung der Tunnelröhre und Einsatzmöglichkeiten, um eine Nottreppe rauchfrei zu halten. "Wir haben in dieser Übung viele Fragen aufgreifen können und jeweils getestet, was machbar ist und wann wir an einsatztechnische Grenzen stossen", erläutert Markus Vogt diesen Übungsteil. Auf diese Weise war ein grosser Erfahrungsgewinn möglich.

 

Erfahrungen bereits im Einsatz umgesetzt

Nur zwei Tage nach der Übung kam ein Grosslüfter in einer Grundschule in der Stadt Esch-sur-Alzette zum Einsatz. Durch den Brand eines Toilettenpapierhalters war dort der betroffene Brandabschnitt im 2. Obergeschoss bereits beim Eintreffen der Einsatzkräfte vollständig verraucht mit einer Sichtweite von etwa 10 cm. Im Treppenhaus wurde sofort ein tragbarer Lüfter eingesetzt. Eine vollständige Entrauchung war schliesslich mit dem nachalarmiertem MGV innerhalb kürzester Zeit möglich, wodurch weitere Schäden verhindert wurden. Fazit der Teilnehmenden an der Grossübung zwei Tage zuvor: "Die Schulung der International Fire Academy hat uns dahingehend die Bedenken beim Einsatz des MGV genommen, dass wir die gesamte Einsatzsituation viel besser einschätzen können." Aufgrund der Erfahrungen aus der Schulung sei der MGV zeitnah zum Einsatzort bestellt und erfolgreich eingesetzt worden. "Eine Massnahme, die wir eine Woche vorher für übertrieben gehalten hätten."

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