Übung und Einsatz mit mobilen Gross-Ventilatoren in Luxemburg

  16. Mai 2015

Zum zweiten Mal nutzten Feuerwehrangehörige aus Luxemburg einen Tunnel kurz vor Fertigstellung für Übungen mit mobilen Gross-Ventilatoren. Dieses Mal ging es zum Tunnel Grouft an der A7 nördlich der Stadt Luxemburg. Mit 2'950 m ist er einer der längsten Tunnel des Landes und soll im Herbst eröffnet werden. Dort konnten Strömungsverhältnisse der Luft in einem grossvolumigen Bauwerk unmittelbar erfahren werden.

Taktik und Erfahrung als Erfolgsfaktoren

Dem Lehrgang „Einsatztaktik mobiler Gross-Ventilatoren“ liegt die Erkenntnis zugrunde, dass allein das Wissen um die technische Bedienung der Geräte im Einsatz nicht ausreicht. Entscheidend sind vielmehr taktische Entscheidungen und Erfahrung mit unterschiedlichen Einsatzsituationen. Demgemäss standen nach einer kurzen theoretischen Einführung bis zu zehn Übungen an den beiden Tagen im Mittelpunkt des Lehrgangs. Es galt, jeweils ein Lüftungskonzept für eine bestimmte Einsatzsituation zu entwickeln und unmittelbar zu testen.

Eine Lagerhalle entrauchen

In drei Gruppen erarbeiten die 60 Teilnehmenden ein Konzept, um die Lagerhalle einer Weinhandlung zu entrauchen. Nacheinander wurden die Überlegungen in die Tat umgesetzt. Dabei optimierte die zweite Gruppe bereits ihr Konzept aufgrund der Erfahrungen aus der ersten Vorführung. Die dritte Gruppe setzte schliesslich den Lüfter im Saugbetrieb ein und erzielte mit Unterdruck statt Gebläse ein überzeugendes Ergebnis. In einem Schulgebäude wurden bei weiteren Übungen zwei Gebäudeteile gemeinsam entraucht.

Lüftungsfaktoren im Tunnel

Wie kann ein quer zu einem Strassentunnel verlaufender Sicherheitstunnel bei einem Brand der Stromversorgung entraucht werden, ohne den Verkehr sperren zu müssen? Diese Aufgabe stellte Instruktor Markus Vogt als Kursverantwortlicher den Feuerwehrangehörigen am zweiten Tag im Tunnel Grouft. Dort erlebten sie ausserdem, wie sich die natürliche Lüftung im Tunnel innerhalb von Minuten aufgrund klimatischer Veränderungen umkehren kann. Als schliesslich die mechanische Tunnellüftung ansprang, weil die Brandmeldeanlage aktiv war, war jedem unmittelbar klar: Mündliche Kommunikation ist bei diesem Lärm nicht mehr möglich, und die Tunnellüftung ist mit mobilen Gross-Ventilatoren nicht beeinflussbar.

Wäscherei bei Brand entraucht

Wie vor einem Jahr war es erneut die Feuerwehr Esch-sur-Alzette, die kurz nach dem Lehrgang einen mobilen Gross-Ventilator bei einem Brand erfolgreich einsetzte. Um die Rauchausbreitung von einer Wäscherei in einen angrenzenden Treppenraum zu verhindern, entschied sich der Einsatzleiter für einen Löschangriff über eine Tiefgarage. Dort wurde ein mobiler Rauchverschluss eingesetzt, und der

Garagenbereich mit einem mobilen Grossventilator unter Überdruck gesetzt, wodurch insgesamt die Beeinträchtigung des Umfelds deutlich reduziert werden konnte.

Lehrgang als Gemeinschaftsprojekt

 

An dem Luxemburger Lehrgang für Führungskräfte und Bedienpersonal mobiler Grossventilatoren als landesweites Projekt waren mehrere Partner beteiligt, darunter der Regionalverband Ost, die Nationale Feuerwehrschule Luxemburg (ENSIS) und die International Fire Academy, die Base Nationale de Support (BNS) Lintgen, die  Regionale Atemschutz Geräte Träger Ausbildungsanlage Luxemburg (R.A.G.T.A.L), das Centre Intervention Echternach, Ponts et Chaussées, die Berufsfeuerwehr Luxemburg und SIS Weiswampach mit ihren mobilen Gross-Ventilatoren, die Gemeinde Grevenmacher und die Rettungsdienste Grevenmacher-Mertert sowie die Domains Vinsmoselle.

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