Wie viel Theorie braucht gute Praxis?

  06. Februar 2015

Eine Ausbildungseinrichtung ausserhalb Deutschlands kennenzulernen, war für Brandamtsrat Andreas Klein ein Ziel seiner Wahlpraktika in der Ausbildung für den höheren Dienst. Vom 26. Januar bis 6. Februar 2015 war er zu einer Stage an der International Fire Academy und nahm für sich als Ausbilder eine wesentliche Frage mit nach Hause: Wie viel Theorie braucht ein Feuerwehrangehöriger?

"Machen lassen" provoziert Erkenntnisse

"In der Schweiz wird sehr praxisnah ausgebildet", erläutert Andreas Klein seine Eindrücke nach zwei Wochen mit dichtem Programm: "Die Ausbildung ist sehr kompakt." Überzeugt hat ihn als Beobachter mehrerer Kurse, wie "machen lassen“ Erkenntnisse provoziert. "Jeder hat gewisse Fähigkeiten, die er mitbringt“, fügt Klein hinzu. Wenn die erste Übung mit geringen Vorgaben durchgeführt wird, werde deutlich, welche Erfahrung, Kenntnisse und Fertigkeiten die Teilnehmenden mitbringen. "Darauf bauen die Instruktoren auf und holen die Teilnehmenden dort ab, wo sie sind." Die Theorie nimmt so nicht den primären Stellenwert ein. "An der International Fire Academy wird Theorie begleitend zur Praxis vermittelt", verweist Klein auf die Reflexion der Übungen und das Angebot von Lösungsvorschlägen zu Aufgabenstellungen. Diese Erfahrungen haben letztlich zu der Frage geführt: "Wie viel Theorie brauchen Feuerwehrangehörige, um ihre Arbeit zu machen?"

Wenige Tunnelanlagen im Saarland

Andreas Klein ist stellvertretender Leiter der Feuerwehrschule des Saarlandes in Saarbrücken und war darüber hinaus bis zu Beginn seiner Laufbahnausbildung für die Themenfelder ABC-Einsatz und Atemschutz verantwortlich. Ein weiteres Wahlpraktikum bei der Berufsfeuerwehr in Bonn stand unter dem Thema Vorbeugender Brandschutz. Nach Abschluss seiner Ausbildung wird ihn im Saarland das Thema Tunnel nur am Rande beschäftigen, da es in diesem Bundesland vergleichsweise wenig Tunnelanlagen gibt. Jedoch möchte er seine Erfahrungen aus der Stage in Balsthal an die zuständigen Feuerwehren weitergeben.

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