Ausbildungsreport: Auf psychische Belastung vorbereiten

  21. Januar 2019

Der Umgang mit Betroffenen bei einem Bahnereignis in einem Tunnel kann für Einsatzkräfte zu einer grossen Belastung führen. Die Thüringer Tunnelfeuerwehren haben dieses Thema daher in ihre Ausbildung aufgenommen. Was dies konkret bedeutet, erläutert unser Ausbildungsreport.

Thüringens Innenminister als Fahrgast gerettet

"Ein Brand in einem Tunnel kann schnell zu Panik bei Unfallopfern führen.“ Für Thüringens Innenminister Georg Maier war dies eine zentrale Erkenntnis aus einer Tunnelübung an der International Fire Academy in Balsthal. Er hatte als Besucher der Ausbildung einen Fahrgast gemimt, den die Thüringer Kursteilnehmer aus dem Tunnel "retten mussten“. "Es war als ,Unfallopfer’ eine sehr unangenehme und realistische Erfahrung, die auch ein bisschen beängstigend war“, schildert Maier seine Eindrücke. Ihn habe das professionelle Herangehen der Einsatzkräfte bei der sehr realistischen Übung beruhigt. Doch bei einem realen Einsatz müssen Feuerwehrangehörigen mit anderen Reaktionen rechnen.

Wenige Figuranten genügen, um viele Fragen aufzuwerfen

Der Auftrag für den Trupp zur Brandbekämpfung ist klar, bis sie im Tunnel auf Betroffene treffen, die erkennbar Hilfe benötigen. Was sollen sie tun? Und wie reagieren die Betroffenen? Eine solche Situation fordert auch erfahrene Feuerwehrführungskräfte heraus. Genau das soll die "Störung“ erreichen: Sich nicht nur auf seine Aufgabe vorzubereiten, sondern auch auf das, was genau in diesem Moment eigentlich nicht dazu gehört. Welche Lösung ist dann für die Einsatzkräfte vertretbar? Wie können sie mit diesem Dilemma umgehen? Die Übung ermöglicht einen emotionalen Zugang zu einer solchen Situation und die Konfrontation mit der eigenen Reaktion.

Unser Ausbildungsreport "Auf die psychische Belastung vorbereiten“ nennt weitere Beispiele dafür, wie Thüringens Feuerwehren mit diesem Thema umgehen. Er ist unter dem Menüpunkt Downloads neben weiteren Reports abrufbar.

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