Feuerwehrangehörige bei der Brandbekämpfung in der Übungstunnelanlage

Interschutz 2022: Viel Know-how zu Tunnel- und Tiefgaragen-Einsätzen an unserem Messestand

2015 stellte die International Fire Academy erstmals auf der Interschutz aus. 2022 ist sie erneut dabei, um die Messe für den Austausch mit Feuerwehrführungskräften und -ausbildern zu nutzen. Im Vorfeld der Veranstaltung erläutert Geschäftsführer Urs Kummer aktuelle Entwicklungen. Dabei wird deutlich: Wer uns am Messestand besucht, kann vom Know-how unserer Experten direkt profitieren.

Weiterentwicklung der anerkannten Einsatzlehren


Ist mit der breiten Anerkennung der beiden Einsatzlehren für Strassen- und Bahntunnel und dem Ausbau der Übungstunnelanlagen die Entwicklungsarbeit an der International Fire Academy abgeschlossen?

Urs Kummer: Keineswegs. Die breite Anerkennung der beiden Einsatzlehren bestätigt sicherlich, dass wir den richtigen Weg beschreiten. Gleichzeitig liegt es in der Natur unseres Tätigkeitsgebietes, dass durch die Auswertung von aktuellen Ereignissen und den fachlichen Austausch mit Feuerwehrverantwortlichen immer wieder neue Erfahrungen und Fragen an uns herangetragen werden. Es ist deshalb selbstverständlich, dass wir diese erörtern, sei es in unserem Didaktik- und Entwicklungsteam, in unserem Experten-Netzwerk oder mit anderen Erfahrungsträgern. Wir verdichten neue Erkenntnisse und flechten diese in unsere bestehenden Einsatzlehren mit ein, um diese laufend weiterzuentwickeln. Die Ergebnisse publizieren wir, sei es via ifaNEWS, in Fachbeiträgen oder in Referaten, und sie fliessen stetig in unsere Ausbildungspraxis ein. Auch an der Interschutz werden wir viel Gesprächsstoff mit dabei haben.

Online-Formate gewinnen an Bedeutung


Sich online zu treffen, ist nach zwei Jahren Pandemie für viele Menschen zur Selbstverständlichkeit geworden. Dies hat auch für Aus- und Fortbildungen neue Möglichkeiten eröffnet. Was bedeutet dies für die International Fire Academy?

Urs Kummer: Auch wir waren gezwungen, Präsenzveranstaltungen abzusagen. Wir haben daher geprüft, wie wir den fachlichen Austausch auch während der Pandemie aufrechterhalten können. Und damit möglichst viele Feuerwehrverantwortliche partizipieren können, entschieden wir uns letztes Jahr, eine neue Online-Foren-Reihe ins Leben zu rufen. Im Rhythmus von drei Monaten laden wir zum Austausch über ausgewählte Fachthemen ein. Trotz der jeweils grossen Teilnehmerzahl gibt es direkte Interaktionsmöglichkeiten. So können die Teilnehmer ähnlich wie bei einem Präsenzvortrag ihre Fragen stellen, die wir dann mit den eingeladenen Experten live während des Online-Forums diskutieren. Und der grosse Vorteil: Interessierte können sich ohne Anreisezeit von überall einfach zuschalten und sich aktiv einbringen. Der nächste Termin ist übrigens am 14. Juni 2022 ab 10 Uhr.

Bietet die International Fire Academy auch Online-Lehrgänge an?

Urs Kummer: Feuerwehr bedeutet im Einsatz vor allem praktisches Handwerk. Da Tunneleinsätze nicht alltäglich sind und somit Feuerwehrangehörige nur selten eigene Einsatzerfahrung sammeln können, ist das praktische einsatznahe Training wichtig. Hierfür bieten wir Erfahrungswelten, um den Feuerwehrangehörigen realitätsnahe Erfahrungen zu ermöglichen, damit sie mit Zuversicht in Tunneleinsätze gehen können.

Dieser persönliche Erfahrungszugewinn durch praktisches Training kann nicht einfach durch Online-Angebote substituiert werden. Also werden wir weiterhin vor allem praktische Ausbildungen und Trainings anbieten, weil unabdingbar. Aber wir ergänzen unsere Lehrgänge mit vor- und nachgelagerten Online-Angeboten. So arbeiten wir aktuell zusammen mit der Landesfeuerwehrschule Baden-Württemberg an der Neukonzeption der sogenannten Multiplikatorenkurse. Der Präsenzkurs an der International Fire Academy wird ergänzt durch einen Online-Vorkurs und einem Online-Nachkurs.

Diese neuen Online-Schulungen werden im Herbst erstmals durchgeführt. Damit verfolgen wir zwei Ziele: Erstens sollen das für Tunneleinsätze erforderliche Wissen sowie die Erfahrungen aus den Intensivkursen zusätzlich gefestigt werden. Zweitens soll insbesondere der Online-Vorkurs die Basis legen, dass während der Ausbildung auf den Übungstunnelanlagen ein noch wirkungsvolleres und intensiveres Training durchgeführt werden kann. Wir sind nun sehr auf die Rückmeldungen aus dem ersten Durchlauf gespannt.

Einfachere Ausbildungsorganisation durch Kooperationen


Tunnel sind ein wichtiger Teil der modernen Verkehrsinfrastruktur. Immer mehr, und vor allem auch kleinere Feuerwehren müssen sich daher auf Einsätze in unterirdischen Verkehrsanlagen vorbereiten. Dies bringt organisatorische Herausforderungen mit sich – von der Tagesverfügbarkeit der Einsatzkräfte bis zur Ausbildungsorganisation. Beobachten Sie dabei neue Tendenzen?

Urs Kummer: Bei den vielfältigen individuellen Lösungen, die Feuerwehren in ihrer Vorbereitung auf Tunneleinsätze entwickeln, ist es schwierig, allgemeine Tendenzen zu benennen. Vielmehr ist es so, dass unsere Ausbildungsberater im Laufe der Jahre sehr viele Detaillösungen kennengelernt haben. Mit ihrem breiten Erfahrungshintergrund können sie immer wieder zur Lösung organisatorischer Herausforderungen beitragen oder Kontakte für einen Erfahrungsaustausch herstellen.

Oft fehlen kleineren Feuerwehren die finanziellen Mittel, um viele Teilnehmer an eine Ausbildung zu entsenden. Oder sie können – um die Einsatzbereitschaft sicherstellen zu können – nur wenige Feuerwehrangehörige gleichzeitig entsenden. Welche Möglichkeiten haben sie, die Ausbildungsangebote dennoch zu nutzen?

Urs Kummer: Ich habe bereits angesprochen, dass in Baden-Württemberg die Landesfeuerwehrschule die gemeinsame Ausbildung von Angehörigen verschiedener Feuerwehren organisiert und koordiniert. Auch in anderen Ländern gibt es vergleichbare Wege, Ausbildungen auf unseren Übungsanlagen zu ermöglichen. In Belgien etwa organisiert der Campus Vesta Kurse bei uns für Antwerpen, Waasland und Revierenland. Manche Feuerwehren können nur durch solche Kooperationen Teilnehmer zur Ausbildung entsenden, ohne die Einsatzbereitschaft zu gefährden.

Auch ohne eine übergeordnete Organisation können sich Feuerwehren für Ausbildungen bei uns zusammenschliessen. Zu einem Intensivkurs Tiefgarage haben kürzlich Feuerwehren aus Graz und der Region Graz, Linz, Innsbruck und Klagenfurth Teilnehmer entsandt.

Ausbildungen und Trainings an der International Fire Academy können meist mit bis zu 24 Teilnehmern durchgeführt werden. Wird dieses Kontingent möglichst ausgeschöpft, sinken die Kosten je Teilnehmer. Ausserdem profitieren die Teilnehmer bei den grossen Einsatzübungen, wenn ein Kurs gut gebucht ist. Unsere Ausbildungsberater unterstützen gerne Feuerwehren bei einer solchen Kooperation. 

Neues Merkblatt für Einsätze in Tiefgaragen


Einsätze in Tiefgaragen waren in den vergangenen Monaten auch ein Thema in der Entwicklungsarbeit an der International Fire Academy. Was hat sich daraus ergeben?

Urs Kummer: Wir haben unser Ausbildungsangebot ergänzt und bieten nun – wie bereits erwähnt – einen Intensivkurs Tiefgarage an. Die taktische Ventilation hat darin ein grosses Gewicht, da durch Brände in Tiefgaragen viele Menschen in angrenzenden Gebäuden durch Rauch gefährdet sein können. Ergänzend zu diesem Kurs haben wir ein neues Merkblatt erstellt, um die Ausbildung am Standort zu unterstützen. Besucher an unserem Interschutz-Messestand erhalten das neue Merkblatt kostenlos.

Übrigens: Der Intensivkurs Tiefgarage kann hervorragend mit anderen Intensivkursen, -trainings und -refreshern kombiniert werden. Fragen Sie unsere Ausbildungsberater.

Eine ideale Gelegenheit für Austausch und Beratung


Welche Bedeutung hat die Interschutz für die International Fire Academy?

Urs Kummer: Der Austausch mit in- und ausländischen Feuerwehren ist für unsere Arbeit entscheidend. Nur so können wir evaluieren, wie sich Taktiken und Techniken im Einsatz bewähren und welche – gegebenenfalls auch neuartigen – Herausforderungen in der Ausbildung oder im Einsatz auftreten, bei denen wir weiterhelfen können oder die noch nicht gelöst sind. Gleichzeitig ist es ein wesentlicher Teil unserer Arbeit, Feuerwehren mit unseren Erfahrungen aus mehr als 20 Jahren intensiver Beschäftigung mit Einsätzen in unterirdischen Verkehrsanlagen und mehr als zwölf Jahren Tunnelausbildung weiterzuhelfen. All dies ist an der Interschutz bestens möglich und tun wir gerne.

Welches Team haben Sie am Messestand?

Urs Kummer: Die Interschutz bietet uns die Möglichkeit, innerhalb kurzer Zeit mit Feuerwehrverantwortlichen und Ausbildern aus vielen Ländern zu sprechen. 2015 durften wir am Messestand viele Fachgespräche führen. Nicht selten gehen unsere Gesprächspartner zwar mit neuen wichtigen Fragen nach Hause, die sie bisher übersehen hatten, aber in der Regel auch mit vielen neuen Impulsen. Die Interschutz ermöglicht uns somit einen willkommenen Erfahrungsaustausch und gleichzeitig einen kurzen Weg, um vielen Feuerwehren unsere Beratung anzubieten. Wir haben daher all unsere Experten und Ausbildungsberater vor Ort, die sich bereits jetzt auf ein persönliches Gespräch mit den Besuchern freuen.

Nutzen auch Sie die Gelegenheit, am Messestand der International Fire Academy (A26 in Halle 13) direkt mit Experten über Ihre Erfahrungen mit Tunnel- und Tiefgarageneinsätzen zu sprechen und Ihre Herausforderungen zu diskutieren.

Alle für Ihren Messebesuch bei uns relevanten Informationen finden Sie nach Klick auf den nachfolgenden Button.