Mehr als 170 Gäste besuchten unser 12. Kommandanten-Forum. Das war ein neuer Rekord, der die Organisatoren des Forums und der Besichtigung von Baustellen des Brenner Basistunnels vor logistische Herausforderungen stellte. Impressionen von der Exkursion und Erkenntnisse aus den Fachvorträgen unserer Referenten sind Thema dieses Rückblicks.
Sicherheit in Tunneln von der Bauphase bis zum Betrieb
Das 12. Kommandanten-Forum im März 2026 war zu Gast in Innsbruck. Im Kongresszentrum begrüssten Urs Kummer und Innsbrucks Bürgermeister Johannes Anzengruber die Gäste am Vorabend des offiziellen Fachprogramms zu einem informellen Austausch.

LKW-Brand im Gotthardstrassentunnel
Die Tunnelsicherheit für Feuerwehren und Nutzer war das Leitthema am ersten Forumstag. Ein erstes Schlaglicht auf die noch heute bestehenden Herausforderungen bei Tunneleinsätzen warf der Einsatzbericht von Beat Walther (CH), stellvertretender Kommandant der Schadenwehr Gotthard. Die Einsatzfotos riefen spontan Erinnerungen an das Brandereignis von 2001 wach: Aus der Fahrerkabine eines LKW schlugen ringsum Flammen. Dichter schwarzer Rauch breitete sich in der Tunnelröhre aus. Bei aller technischen Unterstützung ist die Entwicklung eines LKW-Brandes in einem Tunnel auch heute noch mit grosser Unsicherheit verbunden, resümierte Beat Walther. Was brennt? Wie verhalten sich Fahrzeugführer und Tunnelnutzer? Viele unkalkulierbare Faktoren prägen die Situation wie beim Brand am 4. Juli 2025.

Autofahrer passieren den LKW und fahren in den Rauch
Beat Walther schilderte den Teilnehmern am 12. Kommandanten-Forum anhand von Kamerabildern aus dem Tunnel den Verlauf des Einsatzes: In der Fahrerkabine eines LKW kommt es zu einem Brand. Der Fahrer fährt weiter, obwohl sich das Feuer ausbreitet. Als er schliesslich anhält und das Fahrzeug verlässt, passieren weiterhin Fahrzeuge auf der Gegenfahrbahn den LKW trotz massiver Rauchentwicklung in Richtung Abströmseite. Der verletzte Fahrer sucht keinen sicheren Bereich auf, sondern setzt sich an den Fahrbahnrand. Derart ungünstiges Verhalten von Tunnelnutzern ist nicht auszuschliessen. Daher ist die Interventionszeit wesentlich, um die möglichen Folgen eines Ereignisses zu reduzieren. Sechs Minuten nach der Alarmierung war das erste Einsatzfahrzeug der Schadenwehr Gotthard vor Ort. 19 Minuten nach der Detektion war der Brand von vier Angehörigen der Schadenwehr Gotthard unter Kontrolle gebracht worden. Ausser dem LKW-Lenker gab es keine Verletzten.

Keine Baustelle mehr im Tunnel
Ulrike Stiefvater (A), Leiterin Verkehrs- und Tunnelsicherheit, gab einen Einblick in Massnahmen, die die österreichische Autobahnen- und Schnellstraßen-Finanzierungs-Aktiengesellschaft (ASFINAG) seit dem Brand im Tauerntunnel 1999 getroffen hat. Auch aus ihrer Sicht können gravierende Brandereignisse in einem Tunnel nicht ausgeschlossen werden. Das Ziel sei es daher, die Eintretenswahrscheinlichkeit und die Auswirkungen zu reduzieren. Aus dem Ereignis im Tauerntunnel war eine der Lehren, keine Baustelle mehr in einem Tunnel einzurichten, der in Betrieb ist.

Viele weitere Sicherheitsstandards wurden durch Gesetze und Richtlinien etabliert. Kritisches Verhalten von Tunnelnutzern frühzeitig zu erkennen, ist das Ziel mehrerer Massnahmen.

Gefahrensituationen frühzeitig erkennen und warnen
Bewährt hat sich in Österreich unter anderem die Videodetektion, die in der Tunnelzentrale meldet, wenn ein Fahrzeug im Tunnel stehenbleibt. Mehr als 30 Tunnel sind zudem mit dem akustischen Warnsystem AKUT ausgestattet, das ungewöhnliche Geräusche in der Tunnelzentrale anzeigt – etwa das Schlagen einer Tür oder Stimmen im Tunnel. Dadurch können die Detektionszeiten auf wenige Sekunden reduziert werden. Wird die Tür einer Notrufnische geöffnet, schalten sich Warnlichter ein und die Geschwindigkeit im Tunnel wird reduziert. Wird ein «Handgefahrenmelder Brand» betätigt, warnt ein Rotlicht vor der Einfahrt in den Tunnel. Eine Dunkelfeldanalyse in Österreich zeigt jedoch: Erschreckend viele Autofahrer fuhren bei Rot dennoch in den Tunnel. Ulrike Stiefvater: «Es ist schwierig, als erster Tunnelnutzer vor einem Portal anzuhalten.» Deshalb konzentrierte sich die aktuelle Sicherheitskampagne der ASFINAG auf das Thema Ampeln.

Intuition als schnelle, erfahrungsbasierte Mustererkennung
«Wer hat im Einsatz schon einmal intuitiv entschieden? Bitte aufstehen!» forderte die Psychologin und Feuerwehrfrau Yvonne Künstle (D) zu Beginn ihres Vortrages die Teilnehmer des Kommandanten-Forums auf. Die Antwort war eindeutig: Praktisch alle Frauen und Männer im Saal standen. Solche Entscheidungen «aus dem Bauch» stossen nicht immer auf Verständnis, erläuterte Yvonne Künstle: Der Rückzug eines Feuerwehrmanns aus einem brennenden Bauernhaus irritierte seine Kameraden. Doch kurz darauf brach der Boden ein, über welchen der Trupp den Löschangriff vornehmen sollte. Der bis dahin unentdeckte Brandherd befand sich in den Stallungen unter dem Wohnhaus. Der Feuerwehrmann hatte intuitiv wahrgenommen, dass die Hitze von unten und das Knacken von Holz nicht zum typischen Muster eines solchen Brandes passten.

Intuition fördern durch Reflexion und ein unterstützendes Klima
Intuition lässt sich fördern. Mit der Aussicht auf mehr gute Bauchentscheidungen im Einsatz lud Yvonne Künstle dazu ein, die Voraussetzungen für intuitives Entscheiden zu optimieren. Für die Umsetzung gab sie mehrere Hinweise: Die vermehrte Beschäftigung mit einem Thema verbessert die unbewusste Mustererkennung, während Stress den Zugriff auf das gesammelte (Erfahrungs-)Wissen blockiert. Die Reflexion von Übungen und Einsätzen im Hinblick auf körperliche Wahrnehmungen und innere Signale stärkt den Zugang zur eigenen Intuition. Sicherheit im Team erleichtert die offene Kommunikation darüber. Bei aller Begeisterung für Intuition dürfe jedoch nicht übersehen werden: Angst, etwa aus persönlicher Betroffenheit, sei im Gegensatz zur Intuition kein guter Ratgeber. Daher gelte es, zwischen beiden unterscheiden zu lernen, was durch ein vertrauensvolles Umfeld unterstützt wird.

Einsatzabläufe, Ausbildung und Verwaltung entlasten
Dr. Olaf Grebner (D), Gründer des Startups mobilion.eu, sieht in der Verwendung von Künstlicher Intelligenz (KI) eine Möglichkeit, Stress zu reduzieren und Einsatzkräfte zu entlasten. Als Beispiele nannte er unter anderem die Vereinfachung oder Automatisierung wiederkehrender Aufgaben, die Unterstützung bei der Dokumentation und dem Erstellen von Berichten sowie die Visualisierung von Daten etwa für eine Lagebeurteilung.

Anforderungen an die KI aus der Praxis heraus generieren
Um die Anforderungen von Feuerwehren an KI genauer definieren zu können, sammelt Dr. Olaf Grebner Ideen und Anregungen aus der Praxis. Er nutzte das Kommandanten-Forum für eine Umfrage: Welche Anwendungen würden sich die Forumsteilnehmer wünschen. Die Liste der Antworten umfasste die Unterstützung bei Verwaltungsaufgaben wie dem Abrechnen von Einsätzen, beim Ressourcenmanagement, etwa durch das Berechnen von Drücken, Strecken und Standorten für die Pumpenplanung, sowie bei der Gefahrenerkennung und der Lageprognose im Einsatz. Um die Möglichkeiten von KI selbst zu entdecken und nutzen zu können, empfahl Grebner: Eine KI auswählen, einen kostenpflichtigen Zugang für einen Monat einrichten und täglich einige Minuten lang mit der KI – ohne Eingabe kritischer Daten – eigene Erfahrungen sammeln.

Modulare Einsatzübung mit MANV 100
Der Bericht über eine Vollübung im Jagdbergtunnel (D) zeigte, wie möglichst viele Einsatzkräfte bei einer Grossübung wertvolle Erfahrungen sammeln können. Entscheidend war der modulare Aufbau der Übung mit 13 Stationen: 4 Brandstellen für den Löschangriff, zwei Stationen zum Suchen & Retten, 3 Stationen für den Rettungsdienst mit Übergabe von Patienten durch die Feuerwehr, Sichtung (Triage) und Behandlung sowie die Transportorganisation. An den übrigen Stationen wurden Selbstretter erprobt, eine Grundlagenschulung für Feuerwehrangehörige, eine Schulung für Betriebsdienste und abschliessend ein Realbrandversuch durchgeführt.

Das Zeitfenster der Tunnelsperrung von neun Stunden wurde dabei voll genutzt – für die Stationswechsel, den Rückbau und die Auswertung wäre mehr Zeit wünschenswert gewesen.

Neun intensive Stunden im Tunnel
John Großinger, Wachabteilungsleiter und Fachberater Tunnel, Frank Liebermann, Sachbearbeiter Einsatzplanung und Fachberater Tunnel, sowie Dr. Katharina Jacob, Notärztin und stellvertretende Ärztliche Leiterin Rettungsdienst in Jena, berichteten von ihren Erfahrungen aus dieser Übung. Es zeigte sich u. a., dass Einsatzkräfte schneller an ihre physischen Grenzen kamen als erwartet. Bei der Übergabe von Patienten wurden unterschiedliche Erwartungen an die Abläufe bei Einsatzkräften des Rettungsdienstes und der Feuerwehren deutlich. Wertvolles Feedback gaben die Verletztendarsteller – hauptsächlich Studierende der Humanmedizin der Friedrich-Schiller-Universität Jena, die im Vorfeld intensiv geschult wurden. Das Resümee der Referenten: Der sehr hohe Planungsaufwand wurde durch einen entsprechend grossen Übungswert belohnt.

Erkunden im Albabstiegstunnel der Bahn
Der zweite Forumstag zeigte, wie die an der International Fire Academy entwickelten Einsatzlehren auf die individuelle Situation am Standort übertragen werden können. Dazu führte die Feuerwehr Ulm zunächst Versuche zur Erkundung im 6 km langen Albabstiegstunnel (D) der Bahn durch. Erst auf Basis der Versuchsergebnisse konnte die Ausrückefolge der Ulmer Feuerwehr optimiert werden. Marc Reisle, Sachbearbeiter für Einsatzplanung, erläuterte die Versuchsreihe und die Anpassungen. Zwei Leitfragen ergaben sich aus der Ressourcenplanung: Welche Funktionen sind standardmässig eingeteilt? Wie kann eine schnelle Erkundung auf der Basis des verfügbaren Personals unterstützt werden?

Erkunder fahren von beiden Seiten in den Tunnel
Die beiden Röhren des Albabstiegstunnels können mit Feuerwehrfahrzeugen befahren werden. Daher sieht die Einsatzplanung vor, dass von beiden Seiten Erkunder in den Tunnel einfahren – auf der Abströmseite in die nicht betroffene Röhre, um über die Querschläge die Lage zu erfassen; auf der Anströmseite in die betroffene Röhre, soweit die Oberleitung erkennbar intakt ist. Bei der Versuchsreihe mit elf Fahrzeuge und je drei Zeitnahmen wurde gemessen, wie schnell der Standort des Zuges, der Brandort und Angaben über Personen im Gefahrenbereich erkundet werden können. Das Ergebnis: Unter günstigen Bedingungen kann dies nach 20 Minuten der Fall sein. Die Inbetriebnahme der Löschwasserleitung dauert ca. 15 Minuten, so dass der Löschangriff parallel zur Erkundung vorbereitet werden kann. Daher sieht die neue Planung vor, dass nach der Einsatzabschnittsleitung der Erkundungstrupp ausrückt, gefolgt vom GW-Logistik Bahn und dem HLF.

Ein ganzheitliches Konzept für den Flughafen München
Die Anforderungen an ein ganzheitliches Einsatzkonzept für die unterirdischen Verkehrsanlagen am Flughafen München (D) erläutert Markus Niedermeier als zuständiger Referent für die Einsatzplanung. Auslöser für die Konzeptentwicklung waren die Verlängerung des bestehenden Bahntunnels für S- und Regionalbahnen sowie die Betreuung des ca. 400 m langen Personentransportsystems (PTS) des Flughafens. Wichtige Kriterien für die Bewertung des Konzeptes waren Einheitlichkeit und Einfachheit. Es sollte pragmatische, einsatztaugliche Checklisten, aber keine grossen Einsatzkonzepte geben, Einsatzhilfekarten, aber keine kleinteiligen Regelungen. Denn auf der meist sehr kurzen Anfahrt einer Flughafenfeuerwehr haben die Führungskräfte kaum Zeit, umfangreichere Einsatzpläne zu lesen.

Nur zwingend notwendige Anpassungen
So wenig wie möglich, so viel wie nötig – das war der Leitgedanken für die Anpassung der «reinen Lehre» an die Einsatzbedingungen am Flughafen München. Dabei sollte das Vorgehen im Bahntunnel und beim PTS soweit möglich vereinheitlicht werden. Tunneltaschen – für den Stosstrupp Löschen beispielsweise mit LED-Flares, Suchstöcken und Bahnschlüssel bestückt – und Depots mit Schlauchmaterial unterstützen den Einsatz im Bahntunnel. Für das Personentransportsystem waren Depots aufgrund der vielen Zugangsmöglichkeiten nicht mit vertretbarem Aufwand umsetzbar und letztlich aufgrund der technischen Ausstattung mit Löschanlagen und einem dichten Netz von Wasserentnahmestellen nicht erforderlich. Die Standards im Vorgehen konnten jedoch analog zum Bahntunnel übernommen werden.

DAUB gibt Empfehlungen für das Notfallmanagement
Im November 2025 hat der Deutsche Ausschuss für unterirdisches Bauen e. V. (DAUB) seine Empfehlungen zum Notfallmanagement für Unfall, Brand und projektspezifische Risiken auf Untertagebaustellen veröffentlicht. Stefan Rehm (D) von der Branddirektion München war Mitglied des Unterausschusses der Feuerwehren, der an diesen Empfehlungen mitgewirkt hatte. Für die Feuerwehren fasste er die wichtigsten Neuerungen zusammen, die Feuerwehren mehr Sicherheit in Bezug auf Zuständigkeiten, Ausbildung und Finanzierung geben können.

Feuerwehren können sich auf DAUB-Empfehlungen berufen
Die Empfehlungen sehen vor, dass künftig ein Notfallmanagementkonzept erstellt werden soll, das Teil der Ausschreibungsunterlagen sein wird. In den DAUB-Empfehlungen ist die Beteiligung der örtlichen Feuerwehren am Planfeststellungsverfahren jedoch nicht geregelt. Daher rät Stefan Rehm, dass die Brandschutzdienststellen im Planfeststellungsverfahren eine Stellungnahme einreichen. Darin soll unter Hinweis auf die DAUB-Empfehlungen erklärt werden, dass die örtlichen Feuerwehren für Tunneleinsätze ausgestattet und ausgebildet werden müssen. Ziel der Stellungnahme sollte es sein, dass das Notfallmanagementkonzept vor der Ausschreibung der Bauleistungen mit der Branddienstschutzstelle abgestimmt wird. Den betroffenen Feuerwehren empfahl Stefan Rehm die Lektüre der DAUB-Empfehlungen, um die eigenen Interessen argumentativ gut unterlegen zu können.

230 km Tunnel als Herzstück der Nord-Süd-Verbindung
Einblick in ein herausragendes Tunnelbauwerk bot die halbtägige Exkursion. Andreas Ambrosi (A), Pressesprecher BBT SE, und Christoph Lindner (A), Leiter Bahntechnik BBT SE, stimmten die Besucher mit Zahlen zum Brenner Basistunnel (BBT) darauf ein. Der BBT ist Teil der 9'400 km langen Bahnstecke des Skandinavien-Mittelmeer-Korridors (Scan-Med-Korridor) von Narvik (N) bis Palermo (I).

Das Tunnelsystem umfasst die zwei Fahrröhren (107 km), einen Erkundungsstollen für die geologische Vorerkundung (57 km) sowie sonstige Tunnelbauwerke (49 km).

Von den insgesamt 230 Tunnelkilometern waren zum Zeitpunkt der Besichtigung 213 km ausgebrochen.

Baustellen vermitteln einen Eindruck der Dimensionen
Die Dimensionen des Tunnelbauwerks konnten die Teilnehmer der Besichtigung erahnen. Bereits die Zufahrt zur Nothaltestelle bei Innsbruck ist 3 km lang. Erstaunt stellten einige Feuerwehrkameraden unter Tage fest, dass sie besten 5G Empfang hatten. Die WLAN-Abdeckung aller Tunnelabschnitte ist Teil der Sicherheitsplanung.

Hierzu gehört auch die Personenortung mit RFID-Transpondern (Tags), mit denen nicht nur die Bauarbeiter, sondern auch alle Besucher ausgestattet werden. Die Überwachung des Ladezustandes dieser Tags ist eine Aufgabe im Leitstand, von dem aus auch die Baustellenzufahrten per Kamera überwacht werden und im Ereignisfall die Lüftung gesteuert wird.

Feuerwehr Innsbruck betreibt grossen Aufwand
Wie sich die Feuerwehren auf einen möglichen Einsatz in einer der Tunnelbaustellen des BBT vorbereitet haben, erläuterten Ricardo Stauder und Andreas Friedl von der Berufsfeuerwehr Innsbruck im Besucherzentrum des BBT. Dabei wurde deutlich, wie kosten- und zeitintensiv der Aufwand für das «Randthema» Tunnel ist. Soweit am Sicherheits- und Gesundheitsschutzplan (SIGE-Plan) mitgearbeitet werden kann, erfordert dies entsprechende Fachkenntnisse. Hinzu kommen regelmässige Besprechungen und Begehungen, jährliche Übungen und das Überprüfen vereinbarter Massnahmen.

Einsatz innerhalb klar definierter Einsatzgrenzen
Die Aufgabe der Feuerwehr im BBT ist primär die Unterstützung der Selbstrettung. Einsätze sind dabei nur innerhalb der definierten Einsatzgrenzen vorgesehen: Mit Zweiflaschen- bzw. Kreislaufgeräten sind Angriffswege für eine Brandbekämpfung von maximal 350 m bzw. 500 m geplant, für eine Fremdrettung maximal Rettungswege von 500 m bzw. 1 000 m. Ein Einsatz erfolgt ausschliesslich mit Lotsen. Trotz aller Vorbereitung bleibt eine Tunnelbaustelle «sehr gefahrenexponiert», wie Andreas Friedl und Ricardo Stauder es formulierten. Lösungen müssen oft rasch gefunden werden – eine Herausforderung für alle Beteiligten über Jahre hinweg.

Langfristig auf seltene Ereignisse gut vorbereitet sein
Ausbildungen allein genügen nicht, um auf seltene Ereignisse wie Einsätze in Tunneln gut vorbereitet zu sein. Diesen Gedanken brachten Ricardo Stauder und Andreas Friedl mit der Herausforderung zum Ausdruck, die Qualität für jeden Feuerwehrangehörigen zu halten. Der Übungsdienst ist im Feuerwehrsystem selbstverständlich. Doch wie kann er zum Thema Tunneleinsätze so gestaltet werden, dass mit überschaubarem Aufwand die erforderlichen Taktiken und Techniken gefestigt werden. Als Anregung für das «Üben am Standort» stellte die International Fire Academy am Kommandanten-Forum erstmals ihr gleichnamiges Fachbuch vor, das wir in einem eigenen Magazinbeitrag besprochen haben.

Bezugsquellen für das Fachbuch «Üben am Standort»
Das Fachbuch «Üben am Standort» kann direkt bei der International Fire Academy und dem Kehsler Verlag (D) bestellt werden. Weitere Informationen dazu bietet die Übersicht über unsere Publikationen im Bereich «Tunnel» auf dieser Website. Dort und mit dem Button unten stellen wir einen Bestellschein zur Verfügung.

Ankündigung eines neuen Ausbildungsangebotes
Ab 2027 wird die International Fire Academy Feuerwehren beim Ausbilden & Üben am Standort mit zusätzlichen Angeboten unterstützen. Clemens Pessel gibt einen ersten Einblick in das neue Angebot und stellt dessen Grundzüge vor. Das neue Ausbildungsangebot wird auf der Interschutz 2026 in Halle 13 am Stand DO2 erstmals offiziell präsentiert.

13. Kommandanten-Forum im März 2027
Nach dem Kommandanten-Forum ist vor dem Kommandanten-Forum. Bereits in Innsbruck erhielten wir Vorschläge für Fachvorträge für die 13. Veranstaltung vom 17. bis 19. März 2027. Das Kommandanten-Forum ist nicht-öffentlich. Damit wollen wir den Rahmen für eine vertrauensvolle Kommunikation zwischen den Teilnehmern schaffen, um Leistungsgrenzen des Feuerwehrsystems offen diskutieren und gemeinsam lernen zu können. Die Teilnahme ist nur auf Einladung möglich. Mehr darüber erfahren Sie im Bereich «Wissen», für dessen Nutzung Sie sich kostenlos registrieren können.
Erfahren Sie mehr ...
...über Einsätze, Lehrunterlagen, Technik, bewährte Einsatzmittel, Gefahren und andere feuerwehrrelevante Themen in unseren zahlreichen Magazinbeiträgen.




