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Online-Forum vom 22.09.2022: Überraschungspotenziale im Einsatz

Es war eine brenzlige Situation im Tunnel Dußlingen – auch ohne Feuer. Ein unerwartetes Hochwasser gefährdete zwei Autofahrer und mehrere Einsatzkräfte. Patrick Klett, stellvertretender Kommandant der Feuerwehr Dußlingen, schildert bei unserem 5. Online-Forum am 22. September ab 20 Uhr, was er und seiner Kameraden am 28. Juni 2021 nach einem Starkregenereignis erlebten. Überraschungspotenziale für Feuerwehreinsätzen durch die wachsende Nutzung von Wasserstoff-Technologie beleuchtet Dietmar Schelb vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT).

Hochwasser im Tunnel Dußlingen


Kameraden der Feuerwehr Dußlingen waren bereits im Einsatz, um die Folgen nach einem Starkregen-Ereignis in einer Nachbargemeinde einzugrenzen, als sich die Leitstelle meldete: Wassermassen fluteten den Tunnel Dußlingen. Die Feuerwehr schickte umgehend Einsatzkräfte zu beiden Portalen. Was sie dort und am Tunnel-Betriebsgebäude erlebten, schildert Patrick Klett in seinem Bericht über diesen Einsatz, der Schlagzeilen machte.

Überwachungskameras zeichneten die Entwicklung im Tunnel Dußlingen auf, so dass die Einsatzleitung die Situation live mitverfolgen konnte. Der Schaden, den das Hochwasser im Tunnel anrichtete, war beträchtlich: Unter anderem musste der Tunnel für Reparaturarbeiten über Wochen gesperrt werden. Doch auch die Feuerwehr war betroffen, wie Patrick Klett berichten wird. Alle gefährdeten Menschen konnten gerettet werden.

Mitglied der Einsatzleitung am Betriebsgebäude

Patrick Klett war bei diesem aussergewöhnlichen Tunneleinsatz Gruppenführer auf einem HLF und Mitglied der Einsatzleitung am Betriebsgebäude des Tunnels. Er ist seit 2006 Mitglied der Feuerwehr. Neben seiner Funktion als stellvertretender Wehrleiter engagiert sich Patrick Klett seit 2017 als Kreisausbilder in der Truppmann- und Truppführer-Ausbildung.

Überraschungspotenziale durch Wasserstoff-Technologie


Auf welche Gefahren sollten Einsatzkräfte gefasst sein, wenn bei einem Brand Wasserstoff-Technologie im Spiel ist? Dietmar Schelb und sein Team am KIT in Karlsruhe führen Versuche durch und werten Forschungsprojekte anderer Institutionen aus. Für unser Online-Forum hat er unterschiedliche Szenarien ausgewählt und schildert die Überraschungspotenziale im Einsatz durch die Anwendungen von Wasserstoff-Technologien. Themen sind beispielsweise das Verhalten der Druckbehälter beim Brand eines wasserstoffgetriebenen Fahrzeugs, Brände an Tankstellen sowie bei Lecks an Erdgasleitungen, in denen ein Gemisch aus Erdgas und Wasserstoff transportiert wird.

Durch seine jahrelange enge Zusammenarbeit mit Feuerwehren kann Dietmar Schelb sehr gut beurteilen, welche Erkenntnisse aus der Forschung einsatzrelevant sind: «Wir arbeiten eng mit den Feuerwehren und der Abteilung Wasserstoffsicherheit des Instituts für Thermische Energietechnik und Sicherheit am KIT zusammen und sind auch am Projekt HyTunnel-CS beteiligt.» In seinem Vortrag wird er Forschungsergebnisse vorstellen, die für Entscheidungen vor und im Einsatz relevant sind.

Wasserstoff als zentrales Forschungsthema

Dietmar Schelb wurde beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) im Bereich Verbrennungstechnik promoviert. Seit 2014 leitet er die Forschungsstelle für Brandschutztechnik am KIT. Er ist u. a. ständiges Mitglied im baden-württembergischen und im bundesweiten Arbeitskreis VB der Berufsfeuerwehren. Die Forschungsstelle beschäftigt sich seit 2015 mit den Besonderheiten von Fahrzeugen mit Druckbehältern. Im Rahmen bundesweiter Forschungsaufgaben (sog. IMK-Forschung der Länder) ist Wasserstoff 2022 das zentrale Thema geworden.

Online-Forum startet erstmals um 20 Uhr


Auf vielfachen Wunsch startet unser 5. Online-Forum am 22. September erstmals abends um 20 Uhr. Damit soll besonders ehrenamtlichen Feuerwehr-Angehörigen die Teilnahme erleichtert werden. Das Forum dauert wie gewohnt ca. zwei Stunden für die beiden Vorträge inklusive Fragerunden. Zugang erhalten Sie über folgenden Button:

 

Die Teilnahme am Forum ist kostenlos und frei von jeglicher Verpflichtung. Wir möchten damit zum fachlichen Austausch beitragen und Informationen aus ersten Hand zugänglich machen.

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