Mitten im Osterreiseverkehr geriet ein PKW am 2. April 2026 im 1'552 m langen Tunnel Lövenich in Köln in Brand. Diesen Tunnel, bautechnisch eine Einhausung, durchfahren täglich zwischen 80'000 und 100'000 Fahrzeuge. Per Notruf wurde die Feuerwehr alarmiert, was einen Einsatz von 22 Fahrzeugen und 70 Einsatzkräften von Feuerwehr und Rettungsdienst zur Folge hatte. Einsatzleiter Christian Langer erläutert die Besonderheiten dieses Ereignisses.
Einsatzfahrzeuge können in Tunnel einfahren
Der Zugführer, der als erster am Tunnel eintraf, erkundete zunächst zu Fuss die betroffene Röhre und meldete, dass er keine Rauchentwicklung feststellen könne. Daher konnten ein Hilfeleistungslöschfahrzeug und ein Tanklöschfahrzeug in die Röhre einfahren. Auf dem Weg zum brennenden Fahrzeug kamen ihnen die beiden Insassen des PKW entgegen und teilten mit, dass sie allein im Fahrzeug gewesen seien und sich keine weiteren Personen mehr im Tunnel befänden.

Nach schnellem Löscherfolg unerwartetes Problem
Der Rauch zog in Richtung Südportal ab, das Fahrzeug konnte innerhalb weniger Minuten gelöscht werden. Dann aber meldeten die Einsatzkräfte eine starke Verrauchung in der Gegenröhre. Am Portal war es unerwartet zu einer Rauchrezirkulation gekommen. Die Einschätzung der Einsatzkräfte war eindeutig: Ohne Pressluftatmer kann man sich im Bereich der Gegenröhre nicht aufhalten. Dabei hatte der Rauch bis dahin bereits ungefähr 1'000 m zurückgelegt.

Ungünstige Witterung liess Rauch nicht abziehen
Aufgrund der ungünstigen Witterung mit starkem Regen und einer hohen Luftfeuchtigkeit hatte sich Christian Langer zu Beginn des Einsatzes entschieden, den Rauch- und Wärmeabzug in der vom Fahrzeugbrand betroffenen Röhre nicht zu aktivieren. Er war aufgrund entsprechender Erfahrungen davon ausgegangen, dass ausströmender Rauch über die daueroffenen Lüfterkassetten der Gegenröhren eindringen würde. Eine Rauchrezirkulation am Portal hatte er zuvor noch nicht erlebt. Doch auch dort hatte das Wetter den Rauch nicht abziehen lassen. So konnte der dichte Rauch in die Gegenröhre strömen.
Entrauchung mit allen Mitteln
Wichtigstes Ziel war nun, die Gegenröhre schnellstmöglich zu entrauchen, da der Verkehr sich im gesamten Stadtgebiet staute. Die Strahlventilatoren wurden hochgefahren, der Rauch- und Wärmeabzug im zweiten Tunnelabschnitt der Gegenröhre aktiviert und mit zwei Löschunterstützungsfahrzeugen die Entrauchung unterstützt. Nach zwei Stunden konnte die Gegenröhre für den Verkehr freigegeben werden, etwa zweieinhalb Stunden später die vom Brand betroffene Röhre.

Tunnel- und Taktikinformationen hilfreich
Die Einsatzkräfte bewerteten in der Nachbesprechung die seitens der Feuerwehr Köln im Rahmen der Einsatzvorbereitung erstellten Basisinformationen zur Tunneltaktik und die Informationen zum Tunnel als hilfreich. Beides habe ihnen bei diesem Ereignis Sicherheit gegeben. Dies gilt auch für die grundsätzliche Orientierung, denn eine Herausforderung des Lövenich Tunnels liegt beispielsweise darin, dass es insgesamt zehn Anfahrtsstellen zu den Orten gibt, an denen Flüchtende den Tunnel verlassen können.
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