Aus der Perspektive der Erfahrungsdidaktik kann sich Lernen nicht auf das Aneignen von Wissen beschränken. Der Schwerpunkt liegt vielmehr auf dem Erleben relevanter Situationen und Herausforderungen. Gleichzeitig sollte die Bedeutung von speziellem Wissen nicht unterschätzt werden, wenn Feuerwehrangehörige gemeinsam Tunnelbrände bewältigen wollen. Das erforderliche Basiswissen für Tunneleinsätze sowie hilfreiche Hintergrundinformationen präsentieren die Fachbücher «Brandeinsätze in Strassentunneln» und «Brandeinsätze in Bahntunneln» kompakt in Wort und Bild. Doch wie können sie ein nachhaltiges Ausbilden unterstützen?
Eingrenzen des erforderlichen Wissens – auch über «Sprachwelten» hinweg
Über welches zusätzliche Wissen sollten Feuerwehrangehörige bei Tunneleinsätzen überhaupt verfügen? Dies war eine wichtige Frage bei der Entwicklung der beiden Fachbücher zu den Tunnel-Einsatzlehren. Ziel war es, Wissensvermittlung auf das Notwendige zu begrenzen. Diese Aufgabe hat im Didaktik- und Entwicklungsteam sehr viel Zeit eingenommen. Ergebnis sind zwei kompakte Fachbücher, die in je drei Sprachen aufliegen.

Bei der Entwicklung der Einsatzlehre für Bahntunnel kam erschwerend hinzu, dass die «Sprachwelten» der Bahn und der Feuerwehr aufeinander trafen und vorab erst einmal abgestimmt werden mussten, um eine gemeinsame Sprache zu ermöglichen (mehr hierzu in unserem Magazin-Beitrag «Wie viel Bahn-Wissen braucht die Feuerwehr?»).
Den Gebrauch von Fachbegriffen festigen
Voraussetzung für eine schnelle Verständigung im Einsatz ist der sichere Gebrauch von Fachbegriffen auf Seiten aller Gesprächspartner. Tunnel im Allgemeinen und insbesondere die Infrastruktur und Fahrzeuge im Bahnverkehr lassen sich mit dem alltäglichen Wortschatz nur bedingt und oft nicht ausreichend präzise beschreiben. Deshalb war es dem Didaktik- und Entwicklungsteam der International Fire Academy so wichtig, die Verwendung von Fachbegriffen zu klären und die für Feuerwehren relevanten Begriffe auszuwählen.