In unseren Kursen wird häufig thematisiert, wie Feuerwehren auf den Ausfall von Tunneltechnik, beispielsweise Lüftungsanlagen, reagieren sollten. Wir haben diese Frage in unserem Didaktik- und Entwicklungsteam diskutiert. Das Ergebnis: Mit solchen Lagen ist situativ umzugehen. Das kann nach dem Prinzip «Plan B» beispielweise in Planspielübungen trainiert werden.
Hilfreiche Technik, die auch ausfallen kann
Bahn- und Strassentunnel sind mit einer Vielzahl technischer Anlagen ausgestattet, die für die Arbeit der Feuerwehr hilfreich sind, insbesondere der Tunnelfunk, Lüftungsanlagen und die Wasserversorgung. Im Einsatz können technische Anlagen ausfallen. Aber auch Einrichtungen wie Notausgangstüren können in seltenen Fällen ausser Betrieb sein.

Viel komplexe Technik im Hintergrund
Viel komplexe Technik im Hintergrund Viele Sicherheitseinrichtungen von Tunneln sind offensichtlich, z. B. Hydranten, Notbeleuchtungen oder SOS-Nischen mit Feuerlöschern und Notrufeinrichtungen. Aber erst der Blick hinter die Kulissen zeigt die ganze Vielfalt und Komplexität der für die Feuerwehr relevanten Tunneltechnik. Deshalb geben wir die generelle Empfehlung, Tunnelanlagen im eigenen Einsatzbereich regelmässig zu begehen und dabei im Gespräch mit Mitarbeitern des Tunnelbetreibers auch zu klären, welche Technik ausfallen und welche Konsequenzen dies für die Einsatzabläufe haben könnte.




Konsequenzen können sehr unterschiedlich sein
Im konkreten Einsatz kann sich das Versagen von Tunneltechnik sehr unterschiedlich auswirken. Im einen Fall stellt der Ausfall der tunnelseitigen Wasserversorgung kein gravierendes Problem dar, weil der Wasservorrat der Tanklöschfahrzeuge für die gestellte Aufgabe ausreicht. In einer anderen Situation könnte Wassermangel die Einsatzkräfte zwingen, sich zurückzuziehen und zunächst eine Ersatzversorgung aufzubauen.
Prinzip «Plan B»
Das Didaktik- und Entwicklungsteam der International Fire Academy empfiehlt, den möglichen Ausfall einsatzrelevanter Tunneltechnik bewusst bei Planspielübungen zu thematisieren. Beispielsweise indem die Meldung eingespielt wird, die Tunnellüftung sei ausgefallen. Dann ist es Aufgabe der Übenden zu überlegen, wie sich dies in dem gerade beübten Tunnel und dem angenommenen Szenario auswirken würde und wie darauf reagiert werden könnte. Die Idee ist, einen Plan B zu entwickeln, bevor Plan A nicht funktioniert. Oder zumindest eine Vorstellung zu haben, wie mit Störungen der Tunneltechnik umzugehen ist, wer die Ansprechpartner sind und welche Informationen beschafft werden müssten.

Spezialfall Störung des Funks
Nicht jeder Ausfall von Tunneltechnik ist problematisch, weshalb die Lage letztlich situativ zu beurteilen und zu bewältigen ist. Immer gefährlich ist jedoch der Ausfall von Funkverbindungen zu oder zwischen Atemschutzgeräteträgern. Denn dann ist keine Truppüberwachung mehr möglich und die Einsatzkräfte könnten nicht mehr sicher einen Notruf absetzen. Deshalb gilt hier: Die Einsatzkräfte ziehen sich auf jeden Fall mindestens so weit zurück, bis die Funkverbindung wieder hergestellt ist.

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